nachgedacht zum Monatsspruch August 2020

»Ich dan­ke dir dafür, dass ich wun­der­bar gemacht bin; wun­der­bar sind dei­ne Wer­ke; das erkennt mei­ne See­le.« (Psalm 139,14)

Der Beter weiß, dass er selbst kom­plex ist, dass er sich selbst nicht zu machen ver­mag. Nicht nur er: Je genau­er wir hin­se­hen: Blu­men und Tier, Men­schen und Wet­ter: Wenn wir (was ja heu­te nicht mehr unum­strit­ten ist) Gott als Urhe­ber und Schöp­fer anse­hen, dann kom­men wir nicht aus dem Stau­nen her­aus. – Sofern wir denn hin­se­hen.

Unse­re mensch­li­chen Leis­tun­gen, die wir so sehr bewun­dern, sind dage­gen sim­pel: In einem Tech­nik-Muse­um sah ich ein­mal ein Getrie­be eines alten Autos. Ja, klug aus­ge­dacht. Aber: Wie pri­mi­tiv ist das doch ange­sichts der »Natur um uns«. Eine Libel­le, die in jeder Rich­tung schwebt, eine mensch­li­che Hand mit Kno­chen, Mus­keln, Seh­nen, Ner­ven. Was kann man damit nicht alles machen? Unter­schied­li­che Arbei­ten aus­füh­ren, Kla­vier spie­len, jeman­den strei­cheln. Alles das geht.

Ich gera­te ins Stau­nen. Manch­mal neh­me ich mir die Zeit, allein raus zu gehen, um eini­ge Seen zu lau­fen. Die Zeit zeigt mir immer wie­der, wie gut und wun­der­bar alles gemacht ist. Sogar ich selbst:

Eini­ge ver­mit­teln uns, wir wären alles ande­re als voll­kom­men. Ich hat­te ent­spre­chen­de Leh­rer, die kei­ne aus­ge­wie­se­nen Päd­ago­gen zu sein schie­nen. Sie ver­mit­tel­ten ihr Fach und mach­ten mehr als deut­lich, dass wir Schü­ler und die Schü­le­rin­nen davon gar nicht ver­stän­den. – Und lei­der haben sie nicht gera­de moti­viert. Man­che in der Wirt­schaft gehen mit ande­ren so um, als wären die (man­gels irgend­wel­cher arbeits-rele­van­ter Fähig­kei­ten) bloß Abfall. NEIN! Wun­der­bar gemacht. Jede und jeder. Dass wir selbst und ande­re uns manch­mal ziem­lich ver­for­men und ver­krüm­men, ist etwas ande­res.

Der Beter schätzt Got­tes Gedan­ken. Ich zitie­re die Ver­se 17 und 18 aus der (recht wört­li­chen) Elber­fel­der Über­set­zung:

»Wie kost­bar sind mir dei­ne Gedan­ken, o Gott! Wie gewal­tig sind ihre Sum­men. /​Woll­te ich sie zäh­len, sie sind zahl­rei­cher als der Sand. Ich erwa­che und bin noch bei dir.«

Im Den­ken, im Betrach­ten kön­nen wir uns immer wie­der auf Gott aus­rich­ten, jus­tie­ren. Damit wir dann, wenn wir reden oder han­deln müs­sen, so han­deln, wie es ihm ent­spricht. Das wün­sche ich uns allen.

F.W.