nachgedacht zum Monatsspruch April 2021

»Er [Jesus Chris­tus] ist Bild des unsicht­ba­ren Got­tes, der Erst­ge­bo­re­ne der gesam­ten Schöp­fung.« (Kolos­ser 1,15)

Pau­lus zitiert hier einen Hym­nus, ein Lob­lied oder Lob­ge­bet. Wir west­lich gepräg­te Chris­ten­men­schen ver­ste­hen unter Theo­lo­gie oft, zutref­fen­de Sät­ze über Gott, den Soh­ne Jesus, den Geist, über die Schöp­fung und Erlö­sung zu for­mu­lie­ren. In der alten Kir­che, beson­ders der latei­ni­schen Tra­di­ti­on, waren vie­le Theo­lo­gen gelern­te Rhe­to­ren, Rede­leh­rer. Und die Rhe­to­rik war eine Hilfs­dis­zi­plin ins­be­son­de­re für Juris­ten. Ent­spre­chend ist die Theologie.

Im Osten der alten Kir­che, bei den grie­chi­schen Kir­chen­vä­tern, dem, wor­aus dann spä­ter die Ortho­do­xie wur­de, war Theo­lo­gie stets Lit­ur­gie. Ein Lob Gottes!

Was aber meint dies Lob im Chris­tus-Hym­nus? Gott kann man nicht schau­en oder begrei­fen. Im Mensch-gewor­de­nen Gott aber, in Jesus von Naza­reth, der die Schuld der Welt trug und auf­er­weckt wur­de am drit­ten Tage, in ihm sehen wir, wie Gott ist. Er ist sicht­bar in Erschei­nung getre­ten. Und doch: Eines Wesens mit dem Vater. Wenn wir ihn sehen, dann sehen wir Gott.
Er ist der Erst­ge­bo­re­ne der Schöp­fung: Gezeugt nicht geschaf­fen! Unser Hym­nus geht weiter:
»Denn in ihm ist alles geschaffen,
was im Him­mel und auf Erden ist,
das Sicht­ba­re und das Unsichtbare,
es sei­en Thro­ne oder Herrschaften
oder Mäch­te oder Gewalten;
es ist alles durch ihn und zu ihm geschaffen.
Und er ist vor allem,
und es besteht alles in ihm.« (Kol.1,16)

Das Motiv begeg­net uns noch mehr­fach in der früh­christ­li­chen Lite­ra­tur: Etwa im Johan­nes-Pro­log, der Ein­lei­tung des Johan­nes­evan­ge­li­ums: »Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Das­sel­be war im Anfang bei Gott. Alle Din­ge sind durch das­sel­be gemacht, und ohne das­sel­be ist nichts gemacht, was gemacht ist.« (Joh.1,1 – 3)

Wenn also die Ver­bin­dung des Vaters und des Soh­nes so eng ist, wie hier vor­aus­ge­setzt, dann passt der drit­te Vers des Cho­rals »Wir glau­ben Gott im höchs­ten Thron«:
»Den Vater, des­sen Wink und Ruf
das Licht aus Fins­ter­nis­sen schuf,
den Sohn, der annimmt uns­re Not,
litt unser Kreuz, starb unsern Tod.«

Wie ist es bei uns? Wir haben unse­re geist­li­chen Leit­sät­ze gelernt und gut ver­in­ner­licht. Wir wis­sen wie es Gott meint. So ging es den Schrift­ge­lehr­ten und den Pha­ri­sä­ern zur Zeit Jesu. Und schließ­lich, zwi­schen letz­tem Abend­mahl und Gefan­gen­nah­me in Geth­se­ma­ne, da mein­ten die Jün­ger auch, dass sie wüss­ten, was sie von Jesus und von sich selbst zu hal­ten hät­ten. Da sagt Jesus dann: »Ihr wer­det alle an mir irre­wer­den«… Das konn­ten sich damals die Jün­ger nicht vor­stel­len, und wir kön­nen es uns für uns selbst heu­te auch nicht vorstellen.

Es ist pas­siert. Petrus ver­leug­net Jesus; die Hin­rich­tung Jesu lässt die Jün­ger fast ver­zwei­feln, sie sind ver­zagt und rat­los. – Wenn wir an die­sem Punkt sind, an dem wir nichts mehr kön­nen oder wol­len, dann wer­den wir brauch­bar für Gott. Sei­ne Kraft wird in den Schwa­chen mäch­tig, nicht aber in den Mäch­ti­gen. – In Coro­na erle­be ich vie­le Gemein­den an die­sem Punkt!

F. W.

nachgedacht zum Monatsspruch März 2021

»Jesus ant­wor­te­te: Ich sage euch: Wenn die­se schwei­gen wer­den, so wer­den die Stei­ne schreien.«
(Lukas 19,40)

Ein wenig Zusam­men­hang ist hier nötig: Die­se Aus­sa­ge von Jesus ist die Ant­wort auf die Auf­for­de­rung der Pha­ri­sä­er, der jubeln­den Men­ge bei sei­nem Ein­zug nach Jeru­sa­lem am Palm­sonn­tag Ein­halt zu gebie­ten. Zu groß war ihre Angst, der Jubel könn­te in einen Auf­stand umschla­gen, der wie­der­um die römi­sche Armee auf den Plan rufen wür­de. Den Frie­den im Lan­de und – viel­leicht noch schlim­mer – ihre eige­ne Auto­ri­tät sahen sie so gefährdet.

Man erkennt, dass die Pha­ri­sä­er die Rol­le nicht ver­stan­den hat­ten, die Chris­tus in der Geschich­te spie­len wür­de. Trotz der viel­fach vor­han­de­nen Zei­chen sahen sie in ihm nur einen Auf­rüh­rer, einen Rebel­len. Sie konn­ten nur die poli­ti­sche Sei- te sei­nes Wir­kens erken­nen – wahr­schein­lich, weil die­se Sei­te auch in ihrem Leben einen immer grö­ße­ren Platz ein­nahm und ihre eigent­li­che Rol­le als reli­giö­se Leh­rer immer mehr ver­drängt hat­te. Tat­säch­lich hat wohl auch die jubeln­de Men­ge nur wenig begrif­fen: sie sahen in Chris­tus einen mög­li­chen neu­en König, der sie von der Herr­schaft der Römer befrei­en könn­te. Nicht ohne Grund wand­ten sich vie­le schon bald von ihm ab und for­der­ten vor Pila­tus sogar, an sei­ner Stel­le den Mör­der Bar­ab­bas freizulassen.

Nicht die poli­ti­sche, son­dern die heils­ge­schicht­li­che Dimen­si­on steht im Zen­trum des Palm­sonn­tags und der dar­auf fol­gen­den Kar­wo­che: Chris­ti Tod und Auf­er­ste­hung zur Til­gung unse­rer Sün­den­last ist der eigent­li­che Grund zum Jubel. Und weil der Jubel der Men­ge hier von fal­schen Vor­aus­set­zun­gen aus­geht, sind es die eigent­lich leb­lo­sen Stei­ne, die – wie man es aus man­chem Psalm kennt – die Ankunft Chris­ti in Jeru­sa­lem und die Aus­sicht auf Got­tes Ret­tung für die Mensch­heit unhör­bar für die Anwe­sen­den bejubeln.

Auch in mei­nem Leben wird vie­les bestimmt viel­leicht nicht durch die gro­ße Poli­tik, aber doch durch das Tages­ge­sche­hen, mei­nen All­tag, mei­nen Beruf, mei­ne Hob­bys usw. Geht es dir auch so? Neh­men wir uns ein Bei­spiel nicht an der Angst der Pha­ri­sä­er oder der fehl­ge­lei­te­ten Freu­de der anony­men Men­ge, son­dern an dem tie­fen Ver­ständ­nis der Stei­ne von der Lie­be Got­tes zu die­ser Welt, die in Tod und Auf­er­ste­hung sei­nes Soh­nes deut­lich wird und freu­en – nicht nur vor Ostern – bewusst an unse­rem Herrn!

A. H.

Gottesdienst Livestream am 27.12. (Sonntag nach Weihnachten)

Unse­re Prä­senz­got­tes­diens­te fal­len bis auf Wei­te­res aus. Aber: Wir haben da ein Ange­bot für Sie und für Euch: Heu­te, Sonn­tag nach Weih­nach­ten, 27.12., gibt es einen Live-Stream (nur Tech­nik­team, Musi­ker und Pre­di­ger anwe­send) aus der Johan­nes­kir­che. Der Stream wird ca. 10 Uhr star­ten (und ich hof­fe, dass wir es bei die­sem Mal pünkt­lich schaf­fen). Pre­digt: Dirk Liebern.

Hier ist die Adres­se: zum Live-Stream

Gottesdienste am Heiligabend – nur im Internet

Got­tes­diens­te zu Hei­lig­abend – nur im Internet

Heu­te, 21.12.2020, hat der Bezirks­vor­stand in außer­or­dent­li­cher Sit­zung per Video­kon­fe­renz beschlos­sen, dass es wegen der gestie­ge­nen Coro­­na-Zah­­len weder in Han­no­ver noch in Wunstorf Got­tes­diens­te »live« geben wird. – 

Um 15 Uhr fin­det ein Got­tes­dienst mit Krip­pen­spiel per Video statt (kann auch spä­ter ange­se­hen werden).

Es tut uns leid, aber: Wir möch­ten ein gutes Bei­spiel lie­fern (zu Hau­se Weih­nach­ten) und die Gefah­ren minimieren. 

erstmal keine Gottesdienste im Pavillon Wilhelm-Busch-Str.

Nach­dem die ver­schärf­ten Coro­na-Maß­nah­men ges­tern von den poli­ti­schen Gre­mi­en ver­kün­det wur­den, hat der Gemein­de­vor­stand in einer außer­or­dent­li­chen Sit­zung beschlos­sen, erst­mal kei­ne Got­tes­diens­te im Pavil­li­on in der Wil­helm-Busch-Stra­ße anzubieten.

Die bis­her für den 4. Advent und Hei­lig­abend 15 Uhr sowie den Rest des Jah­res 2020 geplan­ten Got­tes­diens­te im Pavil­lon ent­fal­len, am Hei­lig­abend drau­ßen in der Hüt­te (Blu­men­au, Schüt­zen­hüt­te) fin­det statt: Dort ist Raum und qua­si an der fri­schen Luft.

i.A. F. W.

nachgedacht zum Monatsspruch Dezember 2020

»Brich dem Hung­ri­gen dein Brot, und die im Elend ohne Obdach sind, füh­re ins Haus! Wenn du einen nackt siehst, so klei­de ihn, und ent­zieh dich nicht dei­nem Fleisch und Blut!«
Jesa­ja 58,7

Lie­be Geschwis­ter, lie­be Freunde!

»Moment mal, ich darf doch gera­de jetzt kei­ne Frem­den ins Haus las­sen.« »Geteilt wird nicht. Jeder bringt sein eige­nes Pau­sen­brot mit.« Das sind nur zwei mög­li­che Gedan­ken zu einem Bibel­wort, das uns gera­de in die­ser Zeit auf­hor­chen lässt. Auch ohne Pan­de­mie ist es schon sehr her­aus­for­dernd. „nach­ge­dacht zum Monats­spruch Dezem­ber 2020“ weiterlesen

nachgedacht zum Monatsspruch November 2020

»Gott spricht: Sie wer­den wei­nend kom­men, aber ich will sie trös­ten und lei­ten
Jere­mia 31,9

Ist das nicht ein wun­der­bar tröst­li­ches Wort? Wei­nend zu Gott zu kom­men und dann von ihm getrös­tet zu wer­den und die neue, die rich­ti­ge Rich­tung gezeigt zu bekommen?

Aber was war die­sen Wor­ten vor­aus­ge­gan­gen? „nach­ge­dacht zum Monats­spruch Novem­ber 2020“ weiterlesen