nachgedacht zum Monatsspruch September 2020

»Ja, Gott ist es, der in Chris­tus die Welt mit sich ver­söhnt hat.«
(2. Kor. 5,19)

Ich sit­ze im Flug­zeug und habe ein Ziel, aber durch einen Sabo­ta­ge­akt ist unser Flug­zeug beschä­digt und wir müs­sen auf einer Insel im Pazi­fik lan­den. Wir sind abge­schlos­sen von der Welt zuhau­se und den ande­ren Men­schen. Es führt kein Weg zurück. Es gibt kei­nen Weg wei­ter an das Ziel. „nach­ge­dacht zum Monats­spruch Sep­tem­ber 2020“ wei­ter­le­sen

nachgedacht – zum Monatsspruch August 2020

Monats­spruch August 2020
Ich dan­ke dir dafür, dass ich wun­der­bar gemacht bin; wun­der­bar sind dei­ne Wer­ke; das erkennt mei­ne See­le.
Psalm 139,14

Hast Du in Dei­nem Leben nicht immer wie­der Situa­tio­nen, wo Du an Dir zwei­felst, wo Ängs­te in Dir hoch­kom­men, wo Du viel­leicht über­haupt nicht mit dir zufrie­den bist?

Ich will Dir dar­auf ant­wor­ten: das geht den meis­ten von uns Men­schen so. Selbst der »Stärks­te« lei­det hin und wie­der an Selbst­zwei­fel! Aber ist die­ses Wis­sen dar­um ein Trost für Dich? Ich ver­mu­te eher nein! Denn es geht ja um uns per­sön­lich, um unser Inners­tes, um unse­re See­le! „nach­ge­dacht – zum Monats­spruch August 2020“ wei­ter­le­sen

nachgedacht zum Monatsspruch August 2020

»Ich dan­ke dir dafür, dass ich wun­der­bar gemacht bin; wun­der­bar sind dei­ne Wer­ke; das erkennt mei­ne See­le.« (Psalm 139,14)

Der Beter weiß, dass er selbst kom­plex ist, dass er sich selbst nicht zu machen ver­mag. Nicht nur er: Je genau­er wir hin­se­hen: Blu­men und Tier, Men­schen und Wet­ter: Wenn wir (was ja heu­te nicht mehr unum­strit­ten ist) Gott als Urhe­ber und Schöp­fer anse­hen, dann kom­men wir nicht aus dem Stau­nen her­aus. – Sofern wir denn hin­se­hen. „nach­ge­dacht zum Monats­spruch August 2020“ wei­ter­le­sen

nachgedacht zum Monatsspruch Juli 2020

»Der Engel des HERRN rührte Elia an und sprach: Steh auf und iss! Denn du hast einen wei­ten Weg vor dir.«
(1.Kön 19,7)

Wie Gott uns in Wüstenzeiten begegnet

In den Ver­sen, der dem Monats­spruch für Juli vor­an­ge­hen, hören wir von einem Pro­phe­ten, der am Ende sei­ner Kräfte war, völlig erschöpft, der mein­te: Ich kann nicht mehr. Dabei hat­te Elia Groß­ar­ti­ges mit Gott erlebt. Gott hat­te Feu­er vom Him­mel geschickt und dadurch sei­ne Pro­phe­tie bestätigt, Elia einen gro­ßen Tri­umph über Baal beschert, den von vie­len Men­schen ange­be­te­ten Götzen. „nach­ge­dacht zum Monats­spruch Juli 2020“ wei­ter­le­sen

nachgedacht: zum Monatsspruch Juni 2020…

»Denn du, du allein kennst das Herz aller Men­schen­kin­der« (1. Köni­ge 8,39)

Wenn wir ein wenig wei­ter vor­ne im Kapi­tel lesen, erfah­ren wir, dass es zu die­ser Zeit üblich war, Per­so­nen, denen vor­ge­wor­fen wur­de, sich gegen ande­re ver­gan­gen zu haben, heu­te wür­den wir von »Ver­däch­tig­ten« spre­chen, vor den Altar im Tem­pel zu brin­gen. Dort wur­den sie mit einem Fluch belegt, der jedoch nur im Schuld­fall zutref­fen soll­te. Kon­kret heißt das, das Urteil wur­de Gott über­las­sen. Eine genia­le Metho­de, oder? In Mat­thä­us 7,1 steht »Rich­tet nicht, damit ihr nicht gerich­tet wer­det«. Das wird damit voll erfüllt. Nie­mand muss über ande­re urtei­len, trotz­dem gibt es eine Art Bestra­fung. Doch ist das heu­te noch prak­tisch mög­lich? Sol­len wir jetzt etwa jeg­li­che Gerich­te außer Kraft set­zen? Das wür­de unse­re kom­plet­te gesell­schaft­li­che Ord­nung durch­ein­an­der brin­gen. Wie soll man denn jeman­dem erklä­ren, der nicht glaubt, dass ein Fluch, der von Gott gege­be­nen­falls umge­setzt wird, einem Straf­tä­ter eine Leh­re ist.

In sei­nem Brief an die Römer schreibt Pau­lus: »Jede See­le unter­wer­fe sich den über­ge­ord­ne­ten staat­li­chen Mäch­ten!« (Römer 13,1). Dar­aus folgt für mich, dass ich mich an der Stel­le her­aus hal­te. Ich hal­te mich nach Mög­lich­keit und Not­wen­dig­keit an die welt­li­che Ord­nung. Viel rele­van­ter wird die Stel­le im Klei­nen: Es liegt nicht an mir, über mei­nen Nächs­ten zu urtei­len. Er kann tun und las­sen, was er für rich­tig hält. Ich sehe ja nur das Äuße­re. Ein­zig und allein der Herr sieht in sein Herz, sieht auch ihn als sein Kind, und ist somit berech­tigt, über ihn zu Urtei­len. Ich kann einen ande­ren Men­schen, der nicht mit mei­nen Ansich­ten über­ein­stimmt, vor den Herrn brin­gen, und mich dar­auf ver­las­sen, dass er tut, was rich­tig ist.

Genau­so macht er es auch mit mir. Er sieht mir ins Herz, sieht, was dahin­ter steht, sieht die Moti­va­ti­on. Kein ande­rer Mensch kann über das urtei­len, was ich tue. Tut er es doch, so ist es doch irrele­vant für mich. Genau­so irrele­vant ist das Urteil ande­rer über Drit­te. Es gibt nur einen ein­zi­gen, der Urtei­len kann, und das ist der Herr.

J.F.

Nachgedacht zum Monatsspruch März 2020

Jesus Chris­tus spricht: Wachet!
(Mar­kus 13,37)

Am Ende des vori­gen Jah­res begeg­ne­te mir in Hes­sen ein Ehe­paar, das ich schon lan­ge ken­ne. Nach den übli­chen Begrü­ßungs­wor­ten erzähl­te die Frau von ihrem 42-jäh­ri­gen Sohn, dass er nun end­lich auch gehei­ra­tet habe. Sei­ne Braut ist aus Äthio­pi­en mit einem klei­nen Kind, und sie war­tet auf die Wie­der­kunft Jesu. „Nach­ge­dacht zum Monats­spruch März 2020“ wei­ter­le­sen

nachgedacht zum Monatsspruch Februar 2020

»Ihr seid teu­er erkauft, wer­det nicht der Men­schen Knecht.« (1. Korin­ther 7,23)

Ein ziem­lich sper­ri­ger Text, vor allem in der Luther-Über­set­zung. »Teu­er erkauft« – »Men­schen Knecht«: Bei­des möch­te ich eigent­lich nicht sein! Erkauft zu wer­den, das klingt mir sehr nach Skla­ven­markt, und ich bin die Ware: Nein, dan­ke! „nach­ge­dacht zum Monats­spruch Febru­ar 2020“ wei­ter­le­sen

nachgedacht zum Monatsspruch Dezember 2019

»Wer im Dun­kel lebt und wem kein Licht leuch­tet, der ver­traue auf den Namen des Herrn und ver­las­se sich auf sei­nen Gott.« (Jesa­ja 50,10)

Lie­be Geschwis­ter, lie­be Freun­de!

Die kür­zes­ten Tage des Jah­res und damit die längs­ten Näch­te lie­gen vor uns. Gefühlt geht die Son­ne viel zu früh unter. Aber wir wis­sen uns zu hel­fen. Mit künst­li­chem Licht geht in vie­len Berei­chen das Leben und Arbei­ten unge­hin­dert wei­ter. Und gegen die lan­gen dunk­len Aben­de hilft in die­sen Wochen Ker­zen­schein und Licht­schmuck.

Der bibli­sche Spruch für den Monat Dezem­ber meint aller­dings nicht das Fast-Dun­kel unse­rer Städ­te oder das Essen bei Ker­zen­licht, son­dern tie­fe Fins­ter­nis. Im eigent­li­chen wie im über­tra­ge­nen Sinn macht sol­che Dun­kel­heit uns zu schaf­fen. Wir kön­nen uns nicht ori­en­tie­ren, füh­len uns hilf­los.

Um so wich­ti­ger ist das, wor­auf der pro­phe­ti­sche Satz uns hin­weist: Im Namen unse­res Got­tes gibt es Hil­fe! Der Name Got­tes, der uns im Alten Tes­ta­ment über­lie­fert ist, bedeu­tet: »Ich bin für dich da!« Und der Name sei­nes Soh­nes, Jesus, bedeu­tet: »Der Herr ret­tet!« Gott steht zu sei­nem Namen. Dar­um hat Gott sich im Alten Tes­ta­ment vol­ler Geduld immer wie­der sei­nem Volk zuge­wandt. Und dar­um berich­tet das Neue Tes­ta­ment uns davon, dass Gott in Jesus Mensch wird, um uns aus unse­rer Ver­lo­ren­heit und Dun­kel­heit zu ret­ten.

Was kann das heu­te bedeu­ten, auf den Namen des Herr zu ver­trau­en?

Zunächst bedeu­tet es, dass ich mit Gott, dem Vater, und mit Jesus, dem Sohn, reden kann. Gott hat uns gezeigt, wie er heißt, damit wir ihn anru­fen kön­nen, mit ihm reden und auf ihn hören kön­nen. Gott möch­te eine per­sön­li­che Bezie­hung zu uns. Dar­um freut er sich über jeden Men­schen, der anfängt mit ihm zu reden. Auf den Namen des Herrn zu ver­trau­en bedeu­tet wei­ter, dass ich vor Gott mein Herz aus­schüt­te. Gera­de dar­in neh­me ich sei­nen Namen ernst und neh­me Gott beim Wort, dass ich ihm alles sage, was mich bewegt und belas­tet und womit ich nicht zurecht kom­me, bis hin zu Schuld und ver­sa­gen. Gott ist treu und ver­gibt uns dar­um unse­re Schuld. Sei­ne Lie­be und Treue zei­gen sich in sei­nem Sohn Jesus, der am Kreuz unse­re Las­ten auf sich nahm: »Der Herr ret­tet!«

Schließ­lich ver­traue ich auf den Namen des Herrn dadurch, dass ich mich täg­lich unter den Schutz sei­nes Namens stel­le. Ich ver­ab­schie­de mich von dem Gedan­ken, dass ich das Leben als Christ aus eige­ner Kraft hin­krie­gen muss. Es gibt genug, was mich immer wie­der irri­tiert oder schwächt oder sogar angreift. Wenn aber Jesus für alle Ewig­keit der Herr ist, dann ist es das Bes­te und Klügs­te, sich täg­lich sei­ner Füh­rung und sei­nem Schutz anzu­ver­trau­en.

Von Her­zen wün­sche ich allen eine fröh­li­che und geseg­ne­te Advents- und Weih­nachts­zeit. Jesus Chris­tus, der Mensch gewor­de­ne Gott, seh­ne, tra­ge und stär­ke Euch im neu­en Jahr 2020.

Hans-Her­mann Scho­le

Nachgedacht zum Monatsspruch November 2019

»Aber ich weiß, dass mein Erlö­ser lebt!« (Hiob 19,25)

In unse­rem Haus­kreis haben wir in den letz­ten Wochen das Buch Hiob gele­sen. Die­sen Bibel­vers fin­den wir in Hiobs zwei­ter Ant­wort an sei­nen Freund Bildad. Die Freun­de Hiobs wol­len die­sem in ihren Reden vor Augen füh­ren, dass die­ses Leid des Hiobs nicht ohne Grund über ihn gekom­men sei. Auch für uns Chris­ten, die wir von der Ver­ge­bung Jesu wis­sen, ist manch­mal die­ser alt­tes­ta­ment­li­che »Tun-Erge­hen-Zusam­men­hang« durch­aus prä­sent.

In Hiob 1 lesen wir, dass Hiob alles ver­lo­ren hat­te: alle sei­ne Kin­der waren umge­kom­men, sei­nen gesam­ten Besitz hat­te er ver­lo­ren; dar­über hin­aus war sein Kör­per mit Geschwü­ren von der Fuß­soh­le bis zum Kopf bedeckt. Ein unfass­ba­res Leid also, das über Hiob her­ein­ge­bro­chen war. „Nach­ge­dacht zum Monats­spruch Novem­ber 2019“ wei­ter­le­sen

nachgedacht zum Monatsspruch Oktober 2019…

»Wie es dir mög­lich ist: Aus dem Vol­len schöp­fend – gib davon Almo­sen! Wenn dir wenig mög­lich ist, fürch­te dich nicht, aus dem Weni­gen Almo­sen zu geben!« (Tobit 4,8)

Neben vie­len ande­ren Rat­schlä­gen, die der zum Ster­ben berei­te Tobit sei­nem Sohn Tobi­as mit auf dem Weg geben woll­te, war auch der Satz zum Almo­sen. Die Geschich­ten von Tobit ste­hen in den Spät­schrif­ten des Alten Tes­ta­ments und wer­den in der Luther­bi­bel ›Apo­kry­phen‹ genannt, sind aber nicht in jeder Aus­ga­be zu fin­den. Sie berich­ten von einem Mann, der ganz nach dem jüdi­schen Gesetz im 8.Jahrhundert v. Chr. in Nini­ve, der Haupt­stadt von Assur, leb­te.

Almo­sen hört sich irgend­wie nach dem Klein­geld in unse­ren Taschen an, das wir ger­ne bereit sind abzu­ge­ben. Aber das ist hier nicht gemeint. Tobi­as soll mit allem was er hat, Barm­her­zig­keit üben und Gutes tun. Nicht nur das Mate­ri­el­le ist gemeint, son­dern auch der per­sön­li­che Ein­satz. Die­ser Rat­schlag gilt uns heu­te auch. Was immer uns mög­lich ist: Aus dem Vol­len schöp­fend sol­len wir abge­ben! Aber wenn uns nur wenig mög­lich ist, müs­sen wir uns nicht fürch­ten, aus dem Weni­gen zu geben! Aus dem Vol­len etwas für ande­re abschöp­fen, das müss­te doch eigent­lich ein­fach sein. Wir soll­ten Gott dank­bar sein für alles, was wir haben, und das Erreich­te nicht nur unse­rem eige­nen Ver­dienst zuschrei­ben. Auch das Weni­ge ist mehr als nichts, und wer über­haupt etwas geben kann, ist immer noch reich genug. Aus Dank­bar­keit her­aus gibt es sich näm­lich leicht. Nie­mand von uns soll­te sei­ne jet­zi­ge Lebens­si­tua­ti­on als selbst­ver­ständ­lich hin­neh­men.

Tobit spricht in sei­nen Mah­nun­gen die Weis­heit eines Lebens aus, das durch die Ver­bun­den­heit mit dem leben­di­gen Gott geprägt ist. Er zeigt sich uns als ein Mensch, der das gan­ze Leben mit den Augen Got­tes zu sehen ver­steht. Für den Gott nicht irgend­wo auf den Men­schen war­tet, son­dern die Nähe wie die Fer­ne zu Gott sich mit­ten in sei­nem Leben abspielt. Der alte Tobit wuss­te, was ein Leben aus Gott bedeu­tet: Das Gute, das ich habe, muss ich weiter­schen­ken. Ob es viel ist, oder ob es wenig ist. Und das ein Leben aus Gott bedeu­tet: Mich selbst und die ande­ren zu ach­ten und das wir unse­re Mit­men­schen nicht gering­schät­zen, son­dern wir sol­len im Ver­trau­en auf Gott Gerech­tig­keit tun und Almo­sen geben.

S. Sch.